In der Arbeitswelt 4.0 beruflich neu durchstarten

20.11.2019

Immer mehr Menschen fallen aufgrund psychischer Erkrankungen im Berufsleben aus. Wie die Vernetzung von medizinischer und beruflicher Reha am Campus Karlsbad sie unterstützen kann, zeigte die 2. Fachtagung für Kliniksozialdienste am BBRZ.


Claudius Dornblüth, Bereichsleiter BBRZ, begrüßte die Teilnehmer der 2. Fachtagung für Kliniksozialdienste.

Immer häufiger müssen Reha-Träger wie die Deutsche Rentenversicherung (DRV) psychisch er-krank¬te Arbeitnehmer auf dem Weg zurück ins Berufsleben unterstützen. Im BBRZ Karlsbad haben Betroffene die Möglichkeit, die Grundlagen für eine Rückkehr ins Berufsleben zu schaffen. Zu diesen Möglichkeiten informierten sich Sozialarbeiter aus Kliniken und Unternehmen am Donnerstag (7. November) im BBRZ.

Seit dem vergangenen Jahr können Rehabilitanden dafür eine Ausbildung als Kaufmann oder Kauffrau im E-commerce absolvieren. Denn der Online-Handel wächst: Jeder der über 40 Teilnehmer der Fachtagung für Kliniksozialdienste hatte schon einmal in einem Online-Shop bestellt. Wie viel Arbeit dafür im Hintergrund nötig ist, erfuhren sie im Rahmen eines Praxisvormittages.


Auf diesem Rundgang konnten die Fachberater an 12 Stationen die Ausbildungen und Umschulungen erleben: In Großraumbüro der kaufmännischen Ausbildung pflegte ein angehender Kaufmann im E-Commerce verschiedene Kleidungsstücke in das Warenwirtschaftssystem eines Online-Shops ein. Wenn er mit der Ausbildung fertig ist, kann er Aufträge bearbeiten, Online-Shop-Plattformen bedienen und den Shop vermarkten. Zwei Etagen tiefer werden für den florierenden Markt der Fahrräder Zweiradmechatroniker ausgebildet. Neben der klassischen Wartung des Fahrrads oder E-Bikes kümmern sich die Auszubildenden mit modernster Diagnosetechnik auch um die Software, die in solch einem E-Bike steckt. Auch die immer beliebteren E-Tretroller stehen auf den Werkbänken und Stundenplänen.


„Wir wollen Menschen zurück in die Beschäftigung führen. Das wird immer unser Ziel bleiben, deshalb arbeiten wir stark in die Zukunft gerichtet. Wir beschäftigen uns beispielsweise damit, wie wir unsere Teilnehmer noch individueller betreuen können. Mit einer neuen E-health-Plattform wollen wir Möglichkeiten schaffen, vor, während und nach der Maßnahme noch besser zu unterstützen“, erklärte Geschäftsführer Thomas Windolf zur Eröffnung des Tages.

Tipps für den Berateralltag kamen von Dr. Gustav Wirtz. Der leitende Arzt der Rehaeinrichtung für psychisch Kranke (RPK) Karlsbad  beschrieb ausführlich die Theorie und Praxis der beruflichen Integration nach psychischen Krisen. Dr. Wirtz zeigte, wie mit der richtigen Behandlung und einer beruflichen Beratung den Betroffenen am Standort Karlsbad in der Kombination von Klinik, RPK und BBRZ geholfen wird. Susanne Müller von der EUTB Paritätische Sozialdienste gGmbH Karlsruhe beleuchtete die vielfältigen Angebote der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung. Einen Einblick in das Casemanagement des BBRZ gaben die Casemanagerinnen Bärbel Schof und Monique Ziegler.

Erfahrungen zur beruflichen Wiedereingliederung nach medizinischer Rehabilitation aus Sicht eines Leistungsträgers schilderten die Reha-Beraterinnen Gerlind Glashagel und Berenice Kollwitz von der Deutschen Rentenversicherung Bund.